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10.02.2016
Liebe Frau Schwarze, liebe Frau Overgoor
Lerry ist nun seit drei Tagen hier und ich möchte Ihnen einen kurzen Zwischenbericht geben.
Er ist nach wie vor in seiner Box, wenn er drinnen ist – er strebt als erstes beim Reinkommen darauf zu und bleibt dann konsequent da, manchmal verschanzt er sich regelrecht darin, z.B. während den starken Föhnstürmen gestern und vorgestern Abend – die Küche, wo es gut riecht, hat er zum Beispiel noch nie betreten. Ich glaube, dass er sehr starkes Heimweh hat. Manchmal starrt er traurig vor sich hin und reagiert dann auf wenig. Ich gebe ihm nach wie vor Ignatia-Kügelchen und versuche, ihm unaufgeregt und in warmem Ton zu verstehen zu geben, dass er es gut macht. Was er ja auch tut! Er ist, glaube ich, ein sehr treues Tier, dass noch eine Weile lang um seine Heimat und seine „Mutter“ trauern wird. Ich hoffe, er lebt sich ein. Ein paar Mal hat er mir schon echte Zeichen von Zuneigung gezeigt (ausgiebiges Händelecken, Anschmiegen in Situationen, die angstfrei waren, Pfotenspiele). Das hat mich sehr gefreut.
Er war soweit von Anfang an sauber. Er markiert zwar nicht, er zeigt eher ein Welpenverhalten beim Urinieren (langes seltenes Wasserlassen zum Teil mitten auf dem Weg), ich glaube, das ist auch eine Nachfolgeerscheinung der Operation und des langen Liegens danach. Die ersten 3 Nächte habe ich nur mit einem halben Ohr geschlafen und bin gegen 2h nochmals mit ihm raus. Letzte Nacht konnte ich durchschlafen ohne dass etwas passiert ist.
Zu Menschen und anderen Hunden ist er freundlich. Was mir sehr an ihm gefällt, ist, dass seine Äusserungen (z.B. Bellen, Wedeln, Winseln etc.) spezifisch und situationsgerecht erfolgen. Leute mit Regenschirmen oder Dinge mit ungewohnten Formen (z.B. Skulpturen oder grosse Fahrzeuge) machen ihm noch Angst. Ich bleibe dann einfach mit ihm stehen, halte ihn sehr nahe an mir und rede beruhigend mit ihm. Dann geht die Krise schnell vorbei.
An der Leine läuft er schon sehr gut. Er zerrt nicht und läuft mir viel weniger zwischen die Beine als am Anfang, und auch im Auto macht er es sehr gut. Er legt sich hin und bleibt ruhig liegen. Erbrechen musste er noch nie.
Das grösste Problem ist sein Widerstand gegen das Treppensteigen, ich glaube das ist immer noch schmerzhaft für ihn, teilweise sperrt er sich vehement dagegen, raus zu gehen. Ich habe jetzt das Mittel „Backmotion“ für ihn bestellt, ich hoffe, das kommt bald an.
Allgemein glaube ich, dass wir die ersten Tage den Umständen entsprechend gut überstanden haben. Wir kennen uns jetzt schon ein Bisschen besser und sind uns langsam am anfreunden. Um den genauen Namen (auch auf Spanisch, das ist kein Problem) der Operation oder eine Kopie des Berichts oder ähnliches zu Handen meines Tierarztes und der Osteopatin wäre ich sehr dankbar!
Mit freundlichen Grüssen!
Chantal
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